Lesenswertes und gedankenanregendes

April 17, 2012 at 8:04 nachmittags (Gedanken, Linkalarm)

    Die Zeit verfliegt, der Frühling hatte sich ein kurzes Stelldichein gegeben und macht jetzt mal Pause, Ostern kam und ging und es haben sich wieder einige Artikel/Texte angesammelt, die lesenswert sind und dafür sorgen, dass der Muskel zwischen den Ohren trainiert bleibt…

Jens Berger hat sich auf den Nachdenkseiten jede Menge Gedanken zu Solidarität und Chancengleichheit gemacht.

Lang aber absolut empfehlenswert, hier ein kurzer Ausschnitt:

Heute erreicht ein Elektriker-/Friseusenhaushalt knapp das Existenzminimum und es wird bereits in frühester Kindheit ausgesiebt, was das Zeug hält. Die Chance auf eine höhere Bildung hängt wieder zunehmend nicht mehr von der Leistung, sondern von der Herkunft ab. Sogar die „klassenlose“ Schule ist ein aussterbendes Modell, Kinder aus „besserem Haus“ werden vielerorts lieber einer Privatschule anvertraut, wo sie ganz sicher auch unter ihresgleichen bleiben. Der Anteil der Arbeiterkinder auf den deutschen Universitäten geht seit Jahren zurück und nur Besserverdiener können es sich leisten, ihre Kinder nach dem Hochschulabschluss auch noch während der oft jahrelangen unbezahlten Praktikumsphase zu finanzieren. Chancengleichheit ist oft nur noch eine hohle Phrase.”

um eine andere Art von Chancengleicheit und Umverteilung geht es bei Helma Lutz anlässlich der Diskussion zur Frauenquote in Aufsichtsräten,  nämlich die Care-Arbeit, welche als Reproduktionsarbeit “natürlich” weiblich ist.

(Wobei der oben erwähnte Elektiker/Friseurin-Haushalt auch ein Elektriker/Altenpflegerin-Haushalt sein kann.)

auf mädchenmannschaft gefunden: ein schöner Text zu Männlichkeiten der ohne diese langweiligen Lagerkämpfe auskommt – finde ich nett.

Leider komme ich auch diese Mal nicht um die leidige Urheberrechts- und Verwerterdebatte herum…

Die Gema hat einen schlechten Ruf? No Shit, Sherlock. JedeR youtube-Nutzer ist, glaube ich, auf die Gema schlecht zu sprechen. Da hilft auch die beste Image-Kampagne nichts…

Schön unaufgeregt und mit vielen guten Punkten schreib Johnny Häuser vom Spreeblick: “Ich heb dann mal ur” und genau so sieht es bei mir auch aus:

Und wenn ich eine englischsprachige TV-Serie oder einen Film wegen bekloppter und überholter Regionsabkommen nicht legal bekomme, dann dauert es trotzdem keine halbe Stunde, bis ich ihn habe, und DAS, liebe Industrie und liebe Leistungsschutzrecht-Journalisten, ist nichts anderes als völlig grandios und daraus wäre ein so unfassbar großes Geschäft zu machen, denn nicht nur ich würde dafür bezahlen (und tue das an den Stellen, an denen es möglich ist bereits), wenn ich diese dämlichen Halb-Porno- und Abzocker-Werbungen auf bestimmten Suchportalen nicht mehr ertragen müsste. Ich WILL den Urhebern und Produzenten der Inhalte, die ich mag, mein Geld geben, denn sie haben es verdient.”

Ich schaue nicht fern, soweit ich mitbekommen habe geht das ohne digitale Antenne nicht mehr, deshalb mich ich ganz froh, die schlimmste Auswüchse der Television nicht direkt sondern nur in gebloggter Zweitverwertung mitzubekommen. Die Zeitungen reichen mir ja schon.

Aus aktuellem Anlass (Breivik) schreibt der andere fellner wie die Medien sich darauf einlassen. “Gebt mir Bescheid, wenn es ein Urteil gibt. Bringt meinetwegen eine Meldung, wenn ein Zeuge oder eine Zeugin etwas bisher Unbekanntes aussagt. Aber füttert Breivik nicht mit der Aufmerksamkeit, die er sich wünscht.” unterschreibe ich SOFORT.

Mein blödes Kopfkino zeigt mir jetzt, wie es geworden wäre, hätte Osama bin Laden ein Gerichtsverhandlung bekommen, was ich immer noch befürworte aber können sich die Medien nicht ein wenig zurückhalten?

Naja, das “Organ der Niedertracht” auf keinen Fall. Nach all den Jahren will man doch mit Wallraff  reden – ob das nun Not tut? Ist bestimmt gut fürs Image. Ob die Aktion, allen Menschen dieses Machwerk in den Briefkasten zu stecken, wirklich gut ist, wage ich zu bezweifeln. Campact hat eine Widerspruchsaktion.

(Ich werde einen anderen Weg gehen, da ich dem A.S.-Verlag erstens nicht meine Daten geben will und es zweitens viel lustiger finde, mein “Freiexemplar” unfrei zurück zu schicken)

Von der BILD zu unbeschreiblicher Dummheit ist es ja ein kurzer Weg, daher hier noch ein nettes Fundstück: Polizei will Daten von „Anonym“ und „Lol“

Ich werde jetzt mal wieder Wallraff lesen und wünsche einen schönen Abend.

Dies hier ist noch ein Fundstück für alle die von uns, die “am Markt vorbei” studiert/gelesen/gelebt haben oder das noch tun: “ein Plädoyer für wirre Interessen” Yeah!

1 Kommentar

  1. wassn said,

    Zur Gema Geschichte:
    Die toxic family fasst das sehr schön zusammen (http://www.toxic-family.de/articles.php?id=152&sec=1) und hat auch gleich eine nette Gegen-Image-Kampagne gestartet, die sich über deren facebookseite auch schön weiter verbreitet. Unter http://www.toxic-family.de/news.php?id=1222&sec=1 gibts nicht nur ein update der Geschichte, sondern am Ende auch die entsprechenden templates und Dateien, um sich mit eigenem Namen und Gesicht zu beteiligen.
    Die Clubs am Main sind dabei, sich zu organisieren, eine (erste) Pressekonferenz ist für kurz vor den 17.Mai anvisiert.
    Grüße, wassn

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