mit (Blut)Hochdruck ins Wochenende

Januar 18, 2013 at 5:28 pm (Gedanken, Linkalarm, Wir haben die Wahl)

BildAch, es hätte alles so schön sein können: beim entspannten surfen im Netz, mit dem festen Vorsatz, mich nicht aufzuregen, habe ich solch wunderbare Dinge gefunden wie

– den Tagesablauf vom Hunter S. Thompson (das kann doch nicht gesund sein!)

– eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Mediensucht am Beispiel des Lesens (mein armes, überhitztes Frauenhirn unter der Mütze…)

– ein Text, der das beschreibt, was ich auch immer sage 😉 Das gesagte kann man auch sehr gut auf Bücher übertragen -> Übung macht den Meister. Übrigens ist das Lesen auf englisch mit EBooks besonders einfach. Sollte ich ein Wort nicht kennen und erschliesst sich die Bedeutung nicht aus dem Kontext oder lege ich besonderen Wert darauf, genau wissen zu wollen, was es bedeutet, kann ich es markieren und das dictionary erklärt es mir. (Obwohl ich auch mit einer Dromone recht wenig anfangen kann…)

Aber dann fiel mein schweifender Blick auf diese Texte:

– sehr lesenswert: taz: „rape culture: die hässliche Wirklichkeit“, der mir die ekelerregenden Forendebatten zum „Unwort des Jahres“ nämlich „Opferabo“ in Erinnerung rief. Manche Zeitgenossen sind ja anscheinend nicht in der Lage, die Begründung der Jury gedanklich zu verarbeiten.

– dann ging es Schlag auf Schlag: Ein nicht vorbestrafter Mensch wird wegen Körperverletzung, Beleidigung und Landfriedensbruch zu 22 Monaten Haft verurteilt. Das Ganze ohne konkrete Beweise und weil er von seinem Recht zu schweigen Gebrauch gemacht hat, direkt mal ohne Bewährung.

„Richter Hlavka sagte, er könne daher keine Aussage zum Verhalten des Angeklagten und wie er zur Gewalt steht machen. „Ich kann Ihnen keine günstige Sozialprognose ausstellen“, sagte Hlavka.“

Wenigstens ein paar Journalisten versuchen das Ganze in einen Kontext zu bringen und vergleichen Urteile. „Während am Amtsgericht Dresden ein 36-jähriger Antifaschist aufgrund der Proteste gegen einen der größten Neonazi-Aufmärsche im Jahr 2011 in Dresden zu einem Jahr und zehn Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt wurde, bestätigte das Landgericht Dresden eine Verurteilung von fünf Rädelsführern der verbotenen Neonazi-Gruppierung Sturm 34 wegen schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bildung einer kriminellen Vereinigung zu Bewährungs- und Geldstrafen.“

Tja, da weiß man was man hat…

und zu „guter“ Letzt noch der hier:

– „CDU-Fraktionsvize Fuchs: Abgeordnetentransparenz scheitert leider an Excel“ – die Überschrift ist zu schön, die musste so übernommen werden 😉

Was macht der gute Mann wenn er sich jetzt erklären soll? Jap, er schickt die Anwälte los und lässt abgeordnetenwatch.de abmahnen, wäre ja noch schöner wenn das blöde Wahlvolk mal nachfragt, nicht?

Da frage ich mich doch, wie ich fröhlich und guter Dinge ins Wochenende kommen soll und das Seminar in „gewaltfreier Kommunikation“ kann ich auch in die Tonne treten.

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