Der Turm – Erinnerungen

Februar 3, 2014 at 5:47 pm (Uncategorized)

2014-02-02 09.27.59

Hier steht er noch. In seiner gesamten „Pracht“. Gestern um etwa 10:05 war nur noch Staub übrig…
Er wurde 1972 gebaut, ich konnte ihn ab 1999 erleben. Hätte nie gedacht, dass ich dem Ding nachtrauere.

Für eine Studentin mit Klaustrophobie war das Ding die Hölle.
Als Erstsemesterin der Kulturanthropologie hörte ich immer: „Bei den Soziologen muss man unterm Waschbecken sitzen“. Damals residierten wir noch in einer Villa am Bettinaplatz und ich wollte trotzdem Soziologie als 2. Hauptfach. Der Platz unterm Waschbecken war garnicht so schlimm wenn man drunter passte. Wenigstens saß man nicht unter den Tischen der Anderen oder zu nah am Fenster, wo es ständig zog.

In den Seminarraum zu kommen war ein ganz eigenes Abenteuer:

Die Fahrstühle konnten mit der U-Bahn von Tokio verglichen werden (obwohl dort die Ein- und Ausstiegsebenen plan sind) Es war voll, wirklich voll, extrem voll. Der 2. von links war ja ganz Besonders und hielt auch gerne dort, wo er es nicht sollte: im 18. Stock oder zwischen 2 Stockwerken. Dann doch lieber laufen?

Das Treppenhaus war eng und nervig. Aber nie!!! langweilig. Denn das machte den Turm aus. Gelebte Solidarität unter den Studierenden, das TuCa, welches unten immer noch besser war, die Schriften an der Wand, die Möglichkeit, donnerstags gegen 20:00 noch ein autonomes Tutorium zum den absurdesten Themen besuchen zu können…

Wird es dass im IG-Farben-Haus im Josef-Ackermann-Hörsaal auch geben? Oder werden die externen Security-Menschen, die hoffentlich wenigstens den Mindestlohn bekommen, einen direkt rauswerfen?

In Zeiten von Bologna weiss ich die Antwort aber deswegen trauere ich dem Horrorgebäude und seiner Zeit nach:

(foto: Jürgen Lange: http://www.juergen-lange.de/wp1/)

und dann gucke ich dieses Video und hoffe, dass es ein paar der alten Plakate sind, die dort so malerisch heruntersegeln: Video

Schau mir noch mal die alten Bilder an: AfE-Tumblr

und freue mich aufs nächste Jahr, denn „Wer den Turm liebt, malt ihn an“

Die Nachrufe: taz
und die Frankfurter: Stadtkindffm, VivilachtBeves welt, der Hexenkurier, Cuoio, die kollektive Offensive

… auch und wenn sich jemand fragt, was auf dem Gelände jetzt gebaut werden wird:

mehr Bürogebäude!

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