Lyrik – OMG!

November 8, 2014 at 6:54 pm (Gedanken, Linkalarm, werbung (und ich stehe dazu))

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Kennt ihr das? Ihr lest etwas und auf einmal drehen die Gedanken durch; man bekommt den Text nicht mehr aus dem Kopf weil er etwas in einem berührt hat,Bilder erschuf, Gedanken anstieß.

So ging es mir mit den Gedichten von Michael – und um nicht zu platzen musste ich mit einigen der Gedichte spielen, so entstand das obige Bild. Die Gedichte kann man sich nicht am Stück reinfahren, die sind wie 90%-Sckokolade: bitter, heftig aber verdammt gut!

Seine wortgewaltigen Texte hat der Herr Schmucker jetzt als Gedichtband veröffentlicht (Amazon-Link: Nackter Schnee )

Das ist definitiv kein Weihnachtsgeschenk für die FriedeFreudeEierkuchen-Fraktion, die Ponyhofmädchen oder ältere Herrschaften  😉

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Ach, Frankfurt…

Juni 3, 2013 at 6:30 pm (Frankfurt, Gedanken, Linkalarm)

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immer noch fußlahm verfolgte ich am Samstag die #blockupy-Demo über diverse Online-Kanäle.
Was diese Jahr in Frankfurt geschah, schockierte mich noch nicht mal mehr – so weit ist es schon gekommen. (wenn ich noch interessante Artikel finde, stelle ich sie hier ein!)

GRUNDrechte werden unter fadenscheiniger Begründung eingeschränkt, Menschen 8 Stunden und mehr eingekesselt, am Verlassen eines Ortes gehindert weil einige aus der Gruppe vermummt seien sollen (Regenschirme -> in diesem Frühling als Vermummung? WTF)

Nachdem die Demoroute von zwei Gerichten erlaubt wurde, wurde der Zug schon nach einigen Metern gestoppt (Grund: Vermummung einiger Demonstranten) Wennich die Berichte richtig gelesen habe, sollte die Demonstration danach so geteilt werden, dass die nicht eingekesselten die Route zu nehmen haben, welche vom Frankfurter Ordnungsamt seit jeher präferiert wurde. Ähhhh, ja.

Die DemonstrantInnen wollten sich nicht trennen lassen und blieben zusammen.

Hier einige Augenzeugenberichte:

Ein Polizeisprecher, den ich am Rande des Kessels nach dem Anlass dieser Aktion fragte, sprach zunächst von der Vermummung der Teilnehmer. Wahrscheinlich meinte er damit die Sonnenbrillen und die Regenschirme, die die Demonstranten bei sich trugen.

 Der Rechtsstaat, mit dem ich so selbstverständlich aufgewachsen bin, istüberhaupt nicht so selbstverständlich. Er ist eine Errungenschaft. Leute haben dafür über Jahrzehnte unter meist wesentlich heftigeren Umständen gerungen. Und diese Leute haben sich heute meinen ehrlichen Respekt verdient.

Aufklärung von Blockupy – Grundrechte sind nicht unterdrückbar!

Abgeordnetenrechte interessierten die Polizei (natürlich) auch nicht. Wieso auch – offenbar herrschte rechtsfreier Raum in Frankfurt.

Während die Einkesselung noch lief, war Fußball irgendwie wichtiger und der tagessschau einen ganzen Bericht wert. Achja, und dass junge freiheitsliebende Demonstranten in Istanbul mit Tränengas beschossen werden!

Hier eine kleine Auswahl der Berichterstattung der Presse (sogar die FAZ wirkt auf mich leicht … angenervt)

am 1.6.:

Sie hatten sich nicht einmal richtig warmgelaufen, da war schon wieder Schluss: Bereits nach rund einem Kilometer kesselte die Polizei die Demonstration des Blockupy-Bündnisses in Frankfurt am Main ein – und löste sie schließlich durch den massiven Einsatz von Gewalt auf. (taz)

Mit einem Verweis auf Vorgesetzte im hessischen Innenministerium sei dieser Kompromiss plötzlich wieder aufgekündigt worden. Bis zum Abend holte die Polizei die Eingekesselten einzeln nach außen, um ihre Personalien festzustellen. (FR)

und am 2.:

Mehr als 1000 Menschen seien von der Polizei eingekesselt worden, durch den Einsatz von Pfefferspray und Knüppeln habe es mehr als 200 Verletzte gegeben, darunter auch zwei Journalisten. (FAZ)

auf Freitag.de noch eine interessante Zusammenstellung von Pressestimmen

Polizisten und Demonstranten brüllen aufeinander ein, es spielen sich schier unglaubliche Szenen ab. Ein Beamter im Polohemd, mit silbernen Sternen auf den blauen Schulterklappen, schreit einen jungen Mann an: „Wissen Sie eigentlich, was die letztes Jahr bei der M31-Demo mit einem meiner Kollegen gemacht haben? Die haben den so zusammengeschlagen, dass er drei Tage im Koma lag!“ Ob der Polizist denn Angst vor ihm habe, will der junge Mann wissen. „Nein, wenn Sie mich angreifen, erschieße ich Sie“, blafft der Beamte. „Eine Kugel zwischen die Augen, und gut is‘.“ (FR) – bitte wie??? (wer verteidigt hier eigentlich die FDGO vor wem?)

am 3.6.:

Man muss nicht mit jeder der Forderungen der Blockupy-Bewegung übereinstimmen, um die enorme politische Dimension zu erkennen, die in dem Vorgehen der Frankfurter Polizei zum Ausdruck kommt. Wer Schirme, Sonnenbrillen und kleine Transparente zu „passiven Bewaffnungen“ erklären muss, um eine friedlichen Protestzug zu stoppen, der kann sich nicht darauf berufen, irgendeine öffentliche Ordnung gewährleistet zu haben. (ND)

Die Polizeiführung offenbarte, dass ihr Fingerspitzengefühl und die Achtung vor Grundrechten fehlen. (SZ)

Die Folgen für den Rechtsstaat und die Meinungsfreiheit sind verheerend. Wenn die Polizei so offen das Versammlungsrecht bricht und selbst die Gerichte nichts tun können, ist das das Ende der Meinungsfreiheit und der Beginn von Gängelei und Einschüchterung. Denn Konsequenzen haben die beteiligten Polizisten nicht zu befürchten. SIE sind es, die in der Masse schwarzgekleideter Gestalten untergehen und anonym bleiben. (carta)

Der Polizeikessel bei der Blockupy-Demonstration am Samstag war geplant, berichtet unterdessen die Bild-Zeitung. Mehrere Beamte hätten der Zeitung bestätigt, dass die Polizei die Daten der Demonstranten im „antikapitalistischen Block“ aufnehmen wollte, um sie mit den M31-Randalierern vom März 2012 abzugleichen. (FR – den Link zur Bild spare ich mir)

… das Muster ist in beiden Städten dasselbe: Die Polizei knüppelt den bürgerlichen Protest nieder. Und es liegt die Vermutung nahe, dass auch das Kalkül der Polizei dasselbe ist: Die Bilder der Gewalt sollen die Demonstranten diskreditieren. Aber das funktioniert nicht mehr. (SPON) – leider doch, Herr Augstein, wie sie im angehängten Forum durchaus lesen können.

Und was sagt der Einsatzleiter dazu? „Ich bin mir absolut sicher, dass es zu Ausschreitungen gekommen wäre.“ (FAZ)

EDIT: Oh, der hier ist auch „toll“: „Unser besonderer Dank gilt den Polizeibeamtinnen und -beamten aus dem gesamten Bundesgebiet, die mit ihrem überdurchschnittlichen Einsatz sowohl die Meinungs- und Versammlungsfreiheit der Demonstranten gewährleisten konnten und zugleich auch die Sicherheit in Frankfurt aufrechterhielten“ 

na denn:
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da war ja noch was…

März 28, 2013 at 5:58 pm (Gedanken, Linkalarm)

yoko.43 Kopie  nach dem ganze Ärger und der Aufregung der letzten Woche, kommen jetzt die versprochenen Links zum Nachdenken, Amüsieren und Zeit vertreiben…

 

Als bekennende Offenbacherin liebe ich trotzdem diesen Tumblr-Blog: Fuck yeah Frankfurt . Da passt alles, ich bin hingerissen!

Ab und an brauche ich dies, die Pille zur Intelligenzsenkung: 

Haben will! JETZT! (via Konsumpf)

zum internationalen Frauentag gabe es noch diese seh lesenswerte Dokumentation über die unsichtbaren Frauen:

die Putzfrau/Gewerkschafterin

die „Stubenhockerin

die Migrantin

Und Schichtdienst gegen den Biorythmus ist ja meiner Meinung nach wirklich Kacke und absolut unlogisch. Mal ehrlich, wer denkt sich diesen Mist aus? Naja, die Zeit dazu…

 

 

 

 

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Sach mal, geht’s noch???

März 22, 2013 at 4:24 pm (Beobachtungen, Gedanken, Linkalarm)

baum1  Was haben die alle geraucht, geschluckt oder injiziert? Die Nachrichten und Meldungen des heutigen Tages lassen mich mal wieder an der geistigen Gesundheit unserer Volksvertreter zweifeln. Das geht ja Schlag auf Schlag.

Gestern beschließt der Bundestag das Gesetz zur Neuregelung der Bestandsdatenauskunft (netzpolitik.de dazu). Darin wird geregelt, wann und wie der Polizei Daten wie Passwörter, PIN und PUK herausgegeben werden sollen. Das betrifft übrigens auch Ordnungswidrigkeiten. Welche Fraktionen dafür gestimmt haben? CDU/CSU ist klar, die FDP (hatte die es nicht irgendwann mal mit Freiheit oder so?) und *trommelwirbel* die SPD! (<- der Song sollte bei jeder der kommenden Wählerfangveranstaltung  gespielt werden!)

Aber hey, so kann die Polizei sich doch mal direkt mit den Daten der Verdächtigen beschäftigen, oder NEIN, viel besser. Mit den Daten, Narben, Tätowierungen und Vorlieben des Opfers. Glaubt man nicht? Lest selbst bei freidimensional: Sex und das Internet. (Wo kommen wir denn da hin wenn in diesen unseren sauberen Land Menschen nicht mainstream sind)

Aber es geht ja noch weiter! Der Bundesrat lässt das Leistungsschutzrecht passieren und mit wessen Stimmen? Genau, die SPD. Aber Moment, war da nicht was?

„Der SPD-Netzpolitiker Lars Klingbeil kündigte an, dass die Sozialdemokraten das Gesetz im Bundesrat stoppen wollten. Es stehe „für den Verfall der schwarz-gelben Koalition“ und sei ein „Programm für Politikverdrossenheit“

Wer hat uns, sich und alle Ideale verraten? Aber hey, es ist ja Wahlkampf…

Netzpolitik hat diese Woche zusammengefasst und „keine gute Woche“ ist sehr diplomatisch ausgedrückt…

So, der Rest der Links folgt morgen, jetzt setze ich mich lesenderweise in die Sonne und versuche ein wenig Endorphine auszuschütten, das ist mal bitter nötig.

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mit (Blut)Hochdruck ins Wochenende

Januar 18, 2013 at 5:28 pm (Gedanken, Linkalarm, Wir haben die Wahl)

BildAch, es hätte alles so schön sein können: beim entspannten surfen im Netz, mit dem festen Vorsatz, mich nicht aufzuregen, habe ich solch wunderbare Dinge gefunden wie

– den Tagesablauf vom Hunter S. Thompson (das kann doch nicht gesund sein!)

– eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Mediensucht am Beispiel des Lesens (mein armes, überhitztes Frauenhirn unter der Mütze…)

– ein Text, der das beschreibt, was ich auch immer sage 😉 Das gesagte kann man auch sehr gut auf Bücher übertragen -> Übung macht den Meister. Übrigens ist das Lesen auf englisch mit EBooks besonders einfach. Sollte ich ein Wort nicht kennen und erschliesst sich die Bedeutung nicht aus dem Kontext oder lege ich besonderen Wert darauf, genau wissen zu wollen, was es bedeutet, kann ich es markieren und das dictionary erklärt es mir. (Obwohl ich auch mit einer Dromone recht wenig anfangen kann…)

Aber dann fiel mein schweifender Blick auf diese Texte:

– sehr lesenswert: taz: „rape culture: die hässliche Wirklichkeit“, der mir die ekelerregenden Forendebatten zum „Unwort des Jahres“ nämlich „Opferabo“ in Erinnerung rief. Manche Zeitgenossen sind ja anscheinend nicht in der Lage, die Begründung der Jury gedanklich zu verarbeiten.

– dann ging es Schlag auf Schlag: Ein nicht vorbestrafter Mensch wird wegen Körperverletzung, Beleidigung und Landfriedensbruch zu 22 Monaten Haft verurteilt. Das Ganze ohne konkrete Beweise und weil er von seinem Recht zu schweigen Gebrauch gemacht hat, direkt mal ohne Bewährung.

„Richter Hlavka sagte, er könne daher keine Aussage zum Verhalten des Angeklagten und wie er zur Gewalt steht machen. „Ich kann Ihnen keine günstige Sozialprognose ausstellen“, sagte Hlavka.“

Wenigstens ein paar Journalisten versuchen das Ganze in einen Kontext zu bringen und vergleichen Urteile. „Während am Amtsgericht Dresden ein 36-jähriger Antifaschist aufgrund der Proteste gegen einen der größten Neonazi-Aufmärsche im Jahr 2011 in Dresden zu einem Jahr und zehn Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt wurde, bestätigte das Landgericht Dresden eine Verurteilung von fünf Rädelsführern der verbotenen Neonazi-Gruppierung Sturm 34 wegen schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bildung einer kriminellen Vereinigung zu Bewährungs- und Geldstrafen.“

Tja, da weiß man was man hat…

und zu „guter“ Letzt noch der hier:

– „CDU-Fraktionsvize Fuchs: Abgeordnetentransparenz scheitert leider an Excel“ – die Überschrift ist zu schön, die musste so übernommen werden 😉

Was macht der gute Mann wenn er sich jetzt erklären soll? Jap, er schickt die Anwälte los und lässt abgeordnetenwatch.de abmahnen, wäre ja noch schöner wenn das blöde Wahlvolk mal nachfragt, nicht?

Da frage ich mich doch, wie ich fröhlich und guter Dinge ins Wochenende kommen soll und das Seminar in „gewaltfreier Kommunikation“ kann ich auch in die Tonne treten.

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same procedure as last year?

Januar 15, 2013 at 5:54 pm (Beobachtungen, Gedanken, Linkalarm)

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Jaja, das das Jahr ist schon 3 Wochen alt und        so weiter. Aber zu 2012 hat sich so wahnsinnig viel nicht geändert:

unsere Staatsorgane ver……legen Unterlagen zur NSU (die arbeiten da wirklich mit beschlagnahmten Laptops???) und das nennt der Innensenator von Berlin „Transparenz„.* Wenn ich da richtig durchblicke, war es das jetzt mit den Untersuchungsausschuss für Berlin.

Für die Bundesrepublik und Thüringen stehen noch Termine an, da können wir ja mal gespannt sein.

Na dann können die Verfassungsschützer ja wieder die „linksextremen“ Protestierenden beobachten – das muss man sich mal geben!

*woanders sieht Transparenz so aus…

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Ach, was reg‘ ich mich auf. Da haue ich mich lieber mit einem guten Buch aufs Sofa, trinke Kakao und sammel Kraft für den Rest des Jahres und meinen Serien- und Kinomarathon.

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Die Woche des „Häh – das kann doch nicht sein, oder?!?“

Juli 12, 2012 at 4:53 am (Gedanken, Linkalarm)

Also nee, diese Woche hat es in sich. Wenn man abwechselnd den Kopf schüttelt, diesen gegen die nächste Wand schlägt, verzweifelt lacht oder weinen will, weiß man, dass „die Politik“ wieder zugeschlagen hat.

Beginnend mit dem neuen Meldegesetz.

(Zusammenfassung bei netzpolitik und dem freidenker)

Eine Gesetzesvorlage wird ausgearbeitet, sehr spät noch geändert, von einem Parlament mit 26 von 620 Abgeordneten in 57 Sekunden während eines Länderspiels beschlossen  und nach einem  (internetinitiieren) Gemecker will keiner davon gewusst haben oder Alles nur gut gemeint haben

Und jetzt will die Regierung, dass der Bundesrat das Gesetz kippt! Wahrscheinlich um die nächste Schlappe vor dem Verfassungsgericht zu vermeiden! HÄH? #1 (Link zur Petition)

Es folgt HÄH? #2 wenn ich mir die Aussagen der Menschen im Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags zur NSU durchlese…

Da weiß der Chef  nicht mehr, wie er eigentlich Chef geworden ist! während sich die Untergebenen darüber beschweren, dass die V-Männer nach viel Feierei nicht mehr wissen, dass sie angeworben wurden.

Nach solchen Abenden ist mein Portemonnaie leer und ich hatte noch nie eine Ernennungsurkunde in der Tasche (!)

HIER kann man die Informationen finden – die Protokolle werden nicht veröffentlicht, BürgerInnen könnten sich ja informieren und wundern, nachfragen oder denken.

Wenn das die Realität ist, kann sich Satire nur noch mit Gottes Stellvertreter auf Erden anlegen (man kann sich wieder über Geschmack streiten aber was bleibt der Titanic noch übrig!?)

Und es ist erst Donnerstag!

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Lesenswertes 08.07.

Juli 8, 2012 at 1:08 pm (Linkalarm)

  Und wieder haben sich einige Artikel angesammelt, die mal erwähnt werden sollten weil sie zum Denken anregen:

– erinnert sich noch jemand an EHEC? Diese Leute schon! Der Medienzirkus ist aber weiter gezogen.

– Nachfragen ist ja auch völlig uncool, sogar bei den Politologen

– wie erlebt man eigentlich die Stadt wenn man sie nicht erFÄHRT? Urbane Entfremdung 

„life/work balance“ mal in Ruhe betrachtet… (Temporaltetris wird ab jetzt in meinen aktiven Wortschatz aufgenommen)

Zum Abschluss noch ein wunderbares neues Blog – femgeeks!

 

und gerade sehne ich mir nur meinen Urlaub herbei…

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Urheberrechtsgenerv unter der muetze!

Mai 11, 2012 at 5:47 pm (Beobachtungen, Gedanken, Linkalarm)

        (disclaimer: Dieses wird KEIN durchdachter Artikel mit bester Argumentation und perfekter Interpunktion)
In den letzten Tagen sprach ich mit vielen Menschen über das Urheberrecht, Abmahnungen, Geldverdienen, Anerkennung, Recht im Allgemeinen, saugen, zocken, Musik hören, Musik machen, Texte schreiben, Bücher lesen etc.pp…

Es geht um die „Debatte um Urheberrecht“*

Wahhhhhhhhhhhhhhhh! Eigentlich hat spreeblick meine Ansicht so gut zusammengefasst, aber gut: So sei es das Thema…

Zunächst kommt meine Sicht der Sache, wer dann noch weiterlesen will, findet einige Links zur Meinungsbildung und Diskussionsgrundlage nach meinem Sermon…

Der 3. Posten meiner Ausgaben, nach Miete und Fortbewegung ist Medienkonsum. Seien es Hörbücher, Comics, DVDs, Zeitschriften undsoweiter… Ich unterstütze die Kultur/Kunstschaffenden durchaus – das ist der etablierte und offizielle Kanal.

Hinzu kommen Projekte die ich mit Kickstarter unterstütze, Blogs und Websites, die mit Flattr einen kleinen Beitrag bekommen (Kleinvieh… ihr wisst schon) oder Konzerte, die ich besuche, so Sachen eben…
Ich schaffe auch Inhalte. Seien es meine Texte, Fotos oder Bilder – für jede Inhaltsform habe ich meine Art des Verteilen gefunden, dazu gibt es die CC-Lizenzen! (an die man sich auch halten sollte, btw) und eigentlich würde ich gerne davon leben können denn der Brotjob nervt…

ABER:

Ich will als ehrliche Kundin (ich kaufe die Sachen) nicht kriminalisiert werden:

– nervige und nicht zu überspringende „Anti-Piracy-Kampagnen“ auf DVDs, die es bei den gerippten nicht gibt?!?

– generelle Abgabe bei Smartphones, Rohlingen, Brennern und Internetzugang?!?

– überwachung wegen der Gefahr von Urheberrechtsverletzungen?!?

Ich lege mir für die 3-4 Sachen, die ich monatlich sehen will, sicher keinen Fernseher+Kabelanschluss zu und bekomme dafür ein minderwertiges Produkt, welches mit Werbung gespickt und synchronisiert ich nur zu den Zeiten benutzen/schauen darf, wann es den Programmverantwortlichen genehm ist…
Quick and dirty: SO NICHT!

Warum haben wir kein hulu? (die Leute bezahlen ja wie blöd für gestreamte Serien)

Warum sehen die Verwerter nicht, dass die Meisten durchaus bereit sind, für Inhalte zu zahlen, nur eben nicht die Maximalforderung?

So wird seit 15 Jahren (napster startete 1998 und hat sich getragen) gezeigt: „Wer für Kunst/Kultur zahlt, ist ein Volldepp.“
JA, die Konsequenz daraus sieht man jetzt, die Vorstellung, für digitale Inhalte zu zahlen ist altmodisch…

-> FAIL!

so, zum Nachlesen:

Wovon Leute leben, die vor Allem Kunst machen und keinen nervigen Brotjob haben:

Ein T-Shirt dazu?“ –  Kathrin Passig

(und das sind die Leute, die in den Feuilletons sind! <- Denkanstoß)

Dies hier auch: Wir sind die Urheber bekommt diese Antwort: Wir sind die Bürgerinnen und Bürger

Arggggggghhh:

die Analyse der sprachlichen Werkzeuge

macht Euch mal locker und vergesst nicht!

Ich werde jetzt mal essen und morgen, wie es sich für eine Sympatisantin der Piraten gehört, die kreativen Leistungen der anderen für lau abstauben: GratisComicTag 

Joho-ho

* Debatten beinhalten Argumente und keine Polemik, das sollten unsere Intellektuellen auch mal realisieren…

(edit wegen vergessener Links…)

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Lesenswertes und gedankenanregendes

April 17, 2012 at 8:04 pm (Gedanken, Linkalarm)

    Die Zeit verfliegt, der Frühling hatte sich ein kurzes Stelldichein gegeben und macht jetzt mal Pause, Ostern kam und ging und es haben sich wieder einige Artikel/Texte angesammelt, die lesenswert sind und dafür sorgen, dass der Muskel zwischen den Ohren trainiert bleibt…

Jens Berger hat sich auf den Nachdenkseiten jede Menge Gedanken zu Solidarität und Chancengleichheit gemacht.

Lang aber absolut empfehlenswert, hier ein kurzer Ausschnitt:

Heute erreicht ein Elektriker-/Friseusenhaushalt knapp das Existenzminimum und es wird bereits in frühester Kindheit ausgesiebt, was das Zeug hält. Die Chance auf eine höhere Bildung hängt wieder zunehmend nicht mehr von der Leistung, sondern von der Herkunft ab. Sogar die „klassenlose“ Schule ist ein aussterbendes Modell, Kinder aus „besserem Haus“ werden vielerorts lieber einer Privatschule anvertraut, wo sie ganz sicher auch unter ihresgleichen bleiben. Der Anteil der Arbeiterkinder auf den deutschen Universitäten geht seit Jahren zurück und nur Besserverdiener können es sich leisten, ihre Kinder nach dem Hochschulabschluss auch noch während der oft jahrelangen unbezahlten Praktikumsphase zu finanzieren. Chancengleichheit ist oft nur noch eine hohle Phrase.“

um eine andere Art von Chancengleicheit und Umverteilung geht es bei Helma Lutz anlässlich der Diskussion zur Frauenquote in Aufsichtsräten,  nämlich die Care-Arbeit, welche als Reproduktionsarbeit „natürlich“ weiblich ist.

(Wobei der oben erwähnte Elektiker/Friseurin-Haushalt auch ein Elektriker/Altenpflegerin-Haushalt sein kann.)

auf mädchenmannschaft gefunden: ein schöner Text zu Männlichkeiten der ohne diese langweiligen Lagerkämpfe auskommt – finde ich nett.

Leider komme ich auch diese Mal nicht um die leidige Urheberrechts- und Verwerterdebatte herum…

Die Gema hat einen schlechten Ruf? No Shit, Sherlock. JedeR youtube-Nutzer ist, glaube ich, auf die Gema schlecht zu sprechen. Da hilft auch die beste Image-Kampagne nichts…

Schön unaufgeregt und mit vielen guten Punkten schreib Johnny Häuser vom Spreeblick: „Ich heb dann mal ur“ und genau so sieht es bei mir auch aus:

Und wenn ich eine englischsprachige TV-Serie oder einen Film wegen bekloppter und überholter Regionsabkommen nicht legal bekomme, dann dauert es trotzdem keine halbe Stunde, bis ich ihn habe, und DAS, liebe Industrie und liebe Leistungsschutzrecht-Journalisten, ist nichts anderes als völlig grandios und daraus wäre ein so unfassbar großes Geschäft zu machen, denn nicht nur ich würde dafür bezahlen (und tue das an den Stellen, an denen es möglich ist bereits), wenn ich diese dämlichen Halb-Porno- und Abzocker-Werbungen auf bestimmten Suchportalen nicht mehr ertragen müsste. Ich WILL den Urhebern und Produzenten der Inhalte, die ich mag, mein Geld geben, denn sie haben es verdient.“

Ich schaue nicht fern, soweit ich mitbekommen habe geht das ohne digitale Antenne nicht mehr, deshalb mich ich ganz froh, die schlimmste Auswüchse der Television nicht direkt sondern nur in gebloggter Zweitverwertung mitzubekommen. Die Zeitungen reichen mir ja schon.

Aus aktuellem Anlass (Breivik) schreibt der andere fellner wie die Medien sich darauf einlassen. „Gebt mir Bescheid, wenn es ein Urteil gibt. Bringt meinetwegen eine Meldung, wenn ein Zeuge oder eine Zeugin etwas bisher Unbekanntes aussagt. Aber füttert Breivik nicht mit der Aufmerksamkeit, die er sich wünscht.“ unterschreibe ich SOFORT.

Mein blödes Kopfkino zeigt mir jetzt, wie es geworden wäre, hätte Osama bin Laden ein Gerichtsverhandlung bekommen, was ich immer noch befürworte aber können sich die Medien nicht ein wenig zurückhalten?

Naja, das „Organ der Niedertracht“ auf keinen Fall. Nach all den Jahren will man doch mit Wallraff  reden – ob das nun Not tut? Ist bestimmt gut fürs Image. Ob die Aktion, allen Menschen dieses Machwerk in den Briefkasten zu stecken, wirklich gut ist, wage ich zu bezweifeln. Campact hat eine Widerspruchsaktion.

(Ich werde einen anderen Weg gehen, da ich dem A.S.-Verlag erstens nicht meine Daten geben will und es zweitens viel lustiger finde, mein „Freiexemplar“ unfrei zurück zu schicken)

Von der BILD zu unbeschreiblicher Dummheit ist es ja ein kurzer Weg, daher hier noch ein nettes Fundstück: Polizei will Daten von „Anonym“ und „Lol“

Ich werde jetzt mal wieder Wallraff lesen und wünsche einen schönen Abend.

Dies hier ist noch ein Fundstück für alle die von uns, die „am Markt vorbei“ studiert/gelesen/gelebt haben oder das noch tun: „ein Plädoyer für wirre Interessen“ Yeah!

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